Eine Postkartenkampagne der Landesregierung hat heftige Kritik des Unternehmerverbandes Mecklenburg-Vorpommern (VU) ausgelöst. Die Kampagne, die mit fragwürdigen Slogans für den öffentlichen Dienst wirbt, stellt die private Wirtschaft als schlechten Arbeitgeber dar. Gestern reagierte Finanzminister Dr. Heiko Geue auf die Kritik, indem er behauptete, die Nachwuchswerbung des Landes sei auch im Interesse der Wirtschaft. Der Unternehmerverband wies diese Darstellung heute Morgen scharf zurück und betonte, dass die Landesregierung mit Steuergeldern den Arbeitsmarkt zu ihren Gunsten verzerrt. Hierzu erklärt der Wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Wolfgang Waldmüller:
„Die Aussagen des Finanzministers sind an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Erst tritt die Landesregierung mit einer respektlosen Kampagne die heimische Wirtschaft mit Füßen, dann versucht sie, diese Dreistigkeit auch noch als Vorteil für die Unternehmen zu verkaufen. Das ist absurd!
Während unsere Betriebe unter massivem Fachkräftemangel leiden, zieht der Staat ihnen mit Steuergeld junge Arbeitskräfte ab und stellt sie als schlecht zahlende Arbeitgeber dar. So zerstört man Vertrauen und Partnerschaft. Die Landesregierung muss endlich verstehen, dass sie auf die Steuern angewiesen ist, die von der Wirtschaft erarbeitet werden. Minister Geue behauptet, die Wirtschaft sei auf einen guten öffentlichen Dienst angewiesen. Ich würde sagen: Umgekehrt wird ein Schuh daraus.
Die CDU-Fraktion steht fest an der Seite der Unternehmerinnen und Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern. Wer den Wohlstand in unserem Land sichern will, muss die Wirtschaft stärken – und nicht durch billige Werbesprüche beschädigen. Minister Geue sollte die Kampagne schnellstens einstampfen.“